Lage des Stadtteils

Schlunzig - der Name macht neugierig

Die kleine Ansiedlung an der Muldenaue im Norden der Stadt bei Mosel ist slawischen Ursprungs. 1219 erstmals urkundlich erwähnt als Slunz, verweisen Aufzeichnung jedoch auf erste Siedler bereits um 1100.

Die ursprüngliche Ortsanlage erfolgte in noch gut erhaltener Hufeisenform. Streicht man so rundlings durch die Gassen oder entlang der anmutigen Fußgängerpfade, könnte man sich ähnliche begnadete Ortssplanungen für die Zukunft erträumen.

Gänse von Lauterhofen im Crinitztal

Die Kirche mit gotischem Gewölbe gilt als ältester Bau des Ortes, die Spitze wurde 1568 gesetzt und auf dem Dach nebenan ist ein Storchennest mit Nachwuchs. Denen gefällt es hier.
Schotterwerke Obercrinitz

1771 bis 72 uferte die Mulde gleich 19 mal aus und überschwemmte den Ort verheerend. Aus 1855 werden mühsame Arbeiten an Schutzdämmen vermeldet, 1924 ein dramatischer Dammbruch. Der Karte nach macht die Mulde um Schlunzig einen Bogen. Aber auf nachbarlicher Flur in Wulm hat der Fluß ein Steilufer geschaffen, der die zeitweilige Wucht nachempfinden läßt.
1884 wurde eine eiserne Muldenbrücke errichtet, die wichtige Kleinbahn dampfte dann bald zwischen Ortmannsdorf nach Mosel. 1951 wurde die Bahnstrecke demontiert, als Raparation (Bezahlung von Kriegsschuld).
Die überhaupt erste Spannbetonbrücke der DDR wurde hier errichtet, 1962 bis 1964.
1978 Gelenkwellenwerk Baubeginn, weil ohne Kurbel auch kein Trabant lief. 1990 siedelte sich folgerichtig VW an. Grundsteinlegung war auf Schlunziger Flur, das VW-Werk in Mosel befindet sich zu 65% in Schlunzig. Mit der Gemeindegebietreform am 1. Januar wurde Schlunzig 1999 Stadtteil von Zwickau und das VW-Werk Mosel, das eigentlich eher in Schlunzig liegt, ist nun hundert Pro in Zwickau.

Gelenkwellenwerk Zwickau-Mosel

Hier ist auch ein modernes Umspannwerk der Energieversorgung.

Geplätscher in Zwickau-SchlunzigDie Gegend behielt dennoch ländlichen Charme. Etliche denkmalgeschützte Gebäude sind zu bewundern. Der Dorfbach ist auf einer langen geraden Strecke zur fliesartigen Teichkette geraten - ein wenig Holland. Amsterdam nicht, weil beschaulich kleiner, gesünder.
Auf der anderen Uferseite, schon fast am Ausgang der lieblichen Mülse, besuchenswert:
die Klatschschänke, und die Klatschmühle - 1521 bereits erwähnt, weil dort einer ansässig war, der - klar! - Müller hieß. Ob aber die Bezeichnung der "Muhl" mehr vom Dorftklatsch oder vom dynamischen Lärm der Gewerke herrührte, oder gar beides...? Selber herausfinden!

nach oben