Lage des Stadtteils

Crossen - vielfältige Eselspfütze


Rathausdrachen Crossen

Da soll uns wohl der kleine Drachen zwacken? Im Gegensatz zu den meisten Ortsvorstehern waren vom Crossener trotz offizieller Anfrage keine Infos zum Ort erhältlich. Nimmt er seine Funktion etwa wörtlich?

Die meisten Crossener sind freundlich, kommunikativ und neugierig.

Die Sorben siedelten lange noch in den waldreichen Schluchten an der wasserreichen Mulde, die immer viel fruchbares Schwemmland für die Feldwirtschaft brachte. Und sie nannten den Ort Crozne, bauten klug ihre Häuser auf Pfählen. Sicher wurden sie bereits 1154 zwangseingemeindet und verschenkt ans Kloster Grünhain. Der kleine Ortskern um die 1529 erbaute Kirche "Maria zu Weiden" weist noch heute mit seiner Rundlingsform auf die slawischen Ursprünge hin.
C. blieb lange ein reines Bauerndorf, dem 1421 allerdings 1 Schmied und eine Kneipe gnädigst durch dem Markgrafen zu Meißen gestattet wurde.
1443 wurde für eine neu errichtete Mehlmühle 6 Jahre Steuerfreiheit gewährt und somit die Schaffung von Arbeitsplätzen gefördert.
Später kultivierte man auf nassem Geläuf Weiden, deren Ruten man für die Korbflechterei nutzte. Korbwaren aus Crossen waren berühmt und wohl gehandelt bis nach Makakien.

Als die Industrialisierung auch in Crossen nicht mehr aufzuhalten war, so um 1875, gab es hier immer noch fast 50 Gutsbesitzer und über 800 Einwohner, 1910 waren es bereits 2.200 EW. Die seit dem 17. Jh. betriebene Papiermühle wurde im 19. Jh zur Papierfabrik erweitert (Leonhardt und Söhne). Aeit 1907 gab es auch die wichtige Maschinenfabrik Franz Canis, die 1945 demontiert, später noch mal als Betrieb für Anlagenbau genutzt wurde.
Als Crossen 1994 das herrliche Schneppendorf zukam, war das nicht mal nur eine Fußnote der Geschichte.
Impressionen der muldennahen Halde sparen wir aus. Die WISMUT bemüht sich im Kampf gegen Folgeschäden des Bergbaus, speziell auch der Erzwäschen, unter anderem Silber und Uran.

Auch die Feuerwehr ist aktiv, jedenfalls ist sie nicht in einem unwegsamen Hinterhof versteckt. Hübsche Sportanlage, viele interessante und auch hochwertige Gebäude zeugen von Wohnwert.

Crossener FachwerkFeuerwehr CrossenZwickau Crossen an der Kirche

Was nicht nur hier fehlt: Zukunft für mehr Produktion, dann klappt es auch besser mit dem Konsumieren. Prospekte über idealisierte Leitkultur allein bewegen gar nichts, wenn Bewegung lästiger ist als stumme Blockade. Investoren und Neusiedler wollen sich über den Standort informieren, nicht nur unbedingt aus bunten Fleyern übertreibender Werbung. Vielleicht auch füllen sich die Tanzsäle doch noch mal? Und vielleicht gibt es doch noch günstige Angebote für Gewerbeobjekte, Firmengründer. Nahe der Zellstoff- und Papierfabrik liegt das Potential für Lofts zum Wohnen und Arbeiten mit Stil. Anbieten statt verprellen - siehe oben.

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