Schloss Ostersteins vierte Auferstehung

Schloss Osterstein am Katharinenkirchhof 12, bis 1533 einfach Zwickauer Burg oder Schloss genannt. Vermutlich ließ Markgraf Dietrich der Bedrängte die Burg als Verwaltungs- und Wehrbau kurz vor 1221 errichtet (lt. Chronist Herzog).
1328 abgebrannt und neu aufgebaut, 1403 erneut abgefackelt und 1404/1407 besser befestigt wieder errichtet. Ein dritter Neubau war 1587/1590 erforderlich. Das Schloss erhielt schöne Renaissancegiebel (1830 abgebrochen), festere Außenmauern, einen Wassergraben, neue Zugbrücken. Der dreiflügelige Gebäudekomplex mit zwei Treppentürmen im Innenhof und einem Turm an der Südseite wurde nach der schwedischen Belagerung 1632 nur notdürftig wieder hergestellt, blieb 30 Jahre unbewohnt.

Zwickau, Schloss Osterstein, wie es 2009 aussieht

Ab 1775 wurde das Schloss zur Strafanstalt, in dem um 1900 über 1000 büßen mussten. 1875 erhielt auch August Bebel hier Logis wegen Majestätsbeleidigung", 1887 nochmal wegen Zugehörigkeit zu einer verbotenen Organisation. Ab 1933 wurde hier gefoltert, gemordet (Martin Hoop 11. Mai 1933). Ein Mann wurde zur NS-Zeit mit einem Schemel erschlagen, nur weil er mit seiner eigenen Frau sprach.
Bis 1962 diente das Objekt dem Strafvollzug, dann als Lager, Wäscherei, Verfalls- und Spekulationsobjekt. Ein Ort für weit gefächerte weltliche Assoziationen, den der Gedenkstein lediglich die Nahrung entzieht.