Geschichte - mein lieber Schwan!

Sachsens viertgrößte Stadt an der fruchtbaren Muldenaue war im 10./12.Jh. durch Sorben besiedelt (unter anderem Funde nahe Hölderlin-/W.-Rathenau-Str.);
Erstmals genannt 1118 als "territorium zwiccowe"; am Schnittpunkt zweier Fernhandelsstraßen gelegen, ließen sich hier frühzeitig Handwerker, Klein- und Fernhändler sowie Vertreter der Wissenschaften nieder. So lehrte Georgius Agricola an der Zwickauer Lateinschule.

Mit Ausbau des Pleißenlandes unter Friedrich Barbarossa (1152-1190) wurde Zwickau zu einem Versorgungszentrum für die wirtschaftliche Erschließung des Erzgebirges entwickelt und ist seit 1212 wehrhafte Stadt. Ein Stadtmauerrest und Pulverturm zeugen noch heute davon.

1290 wurde Zwickau Freie Reichsstadt, wurde im 14. Jh. wettinisch.
mittelalterliche Stadtansicht von Zwickau, skizziertNeben Tuchherstellung, Metallhandwerk und Handel war das Braugewerbe für der Bürger als vornehmste Nahrung bedeutend. Die Brunnen in der Katarinenstraße erinnern daran.

Durch Kapitaleinsatz auch etlicher Zwickauer wurde ein weiteres "Berggeschrey" vorangetrieben und am Silbersegen gut verdient. Das brachte auch kommunalen Wohlstand - Hospitäler und Kornhäuser und bedeutende Renaissancebauten.
Mit dem 30jährigen Krieg verkam die Perle des Kurfürsten zum Landstädtchen, erfuhr erst wieder durch den Steinkohlebergbau ab 19.Jh. erneuten Aufschwung, wucherte regelrecht. Legendär der eigenmotivierende Ausspruch der Bergleute: Geht nicht gibt's nicht. Es entstanden wunderschöne Gründerzeitviertel, soziale Spannungen und Lohnkämpfe. August Bebel und Wilhelm Liebknecht agitierten am heutigen Römerplatz, daher wohl auch die nach ihnen benannten Straßen ganz in der Nähe (Nordstadt).

Nach Auslauf des Steinkohlebergbaus gegen 1970 wurde zunehmend Fahrzeug- und Maschinenbau und Elektroindustrie zum Kerngeschäft entwickelt. Zwickau hat im Fahrzeugbau Tradition von Horch, Audi bis zum legendären Trabant. Jetzt ist das VW-Werk ein bedeutender Arbeitgeber.

105.369 EW 12/1998 (112.565 EW 1995; 124.788 EW 10/1990; 121.000 EW 1985); 103,05km²; (57km² 1995?);

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